Afghanic e.V.

 Ein Film von Katrin Eigendorf und Shikiba Babori. ARTE 2013 Film_Bild.jpg

Afghanische Frauen stehen unter enormem Druck, einen Jungen zur Welt bringen zu müssen. Denn ohne einen Sohn ist ein Familienunternehmen nicht nur sozial geächtet, sondern muss vor allem auch wirtschaftliche Nachteile befürchten. In großen Teilen des Landes ist es nur Jungen erlaubt, ein Geschäft zu betreiben, das Haus zu verlassen und im Basar Besorgungen zu machen. In dieser Not behelfen sich Familien, die keine Söhne haben, mit einer alten afghanischen Tradition: Sie verkleiden ein oder zwei ihrer Töchter als Söhne. "Bacha Posh" nennen die Afghanen die falschen Söhne, und sie geben ihnen sogar Jungennamen.

In der Dokumentation „Tohebas Geheimnis. Afghanistans verratene Töchter“ ist Shafi 13 Jahre alt und und der geschickteste Gehilfe seines Vaters. In dem Laden für Autozubehör im Zentrum von Mazar-e Sharif im Norden Afghanistans wechselt und flicket er die Reifen, säubert Motoren, füllt Öl und Wasser nach. Doch in letzter Zeit schämt sich Shafi, draußen auf der Straße mit den Jungen herumzulaufen. Denn Shafi ist jetzt in der Pubertät und damit kommt ein jahrelang gut gehütetes Geheimnis heraus: Shafi ist ein Mädchen und heißt Toheba. Ihre Eltern verkleiden sie als Jungen, weil sie keine Söhne haben sondern neun Töchter. Die Familie und Bekannte wissen Bescheid, aber Fremden blieb das Geheimnis bis jetzt verborgen.

Der Film zeigt Tohebas Geschichte und die ihrer kleinen Schwester Basira, die schließlich in ihre Fußstapfen tritt. Toheba ist jetzt eine Frau, ihre Zeit als Bacha Posh, in der sie so frei sein konnte wie ein Junge, ist zu Ende.

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