Afghanic e.V.

Vergleich mit BRD (pdf, 1 Seite)

Geschichte (Chronologie)

Afghanistan liegt im Süden Asiens zwischen Iran und Pakistan und hat keinen Zugang zum Meer. Es erstreckt sich über 647.500 Quadratkilometer, 647.500 Quadratkilometer davon Landfläche. Afghanistan ist fast doppelt so groß wie Deutschland. Afghanistans Grenzen mit seinen Nachbarländern sind 5.529 Kilometer lang. Zu diesen Grenzen gehören China 76 km, Iran 936 km, Pakistan 2.430 km, Tadschikistan 1.206 km, Turkmenistan 744 km und Usbekistan 137 km.
Das Klima ist arid bis semiarid, mit kalten Wintern und heißen Sommern. Das Gelände besteht überwiegend aus rauhem Gebirge, mit Ebenen im Norden und Südwesten. Zu den natürlichen Ressourcen zählen Erdgas, Öl, Kohle, Kupfer, Talk, Bariumsulfate, Schwefel, Blei, Zink, Eisenerz, Salz, Edel- und Halbedelsteine.

Bevölkerung
Afghanistans ethnisch und sprachlich gemischte Bevölkerung spiegelt seine Lage an den historischen Handels- und Invasionstrecken von Zentralasien nach Süd- und Südwestasien wieder. Die Paschtunen stellen die größte ethnische Gruppe, aber auch Tadschiken, Hesareh, Usbeken, Turkmenen und andere kleinere Gruppen sind vertreten. Die offiziellen Sprachen sind Pashto und Dari (afghanisches Persisch). Im Norden spricht man auch Tadschikisch, Usbekisch und Turkmenisch. Über das ganze Land verteilte kleinere Gruppen sprechen mehr als 70 andere Sprachen und zahllose Dialekte.

Afghanistan ist ein islamische Land. Allen Versuchen der kommunistischen Regierung zum Trotz, in den letzten Jahren eine weltliche Gesellschaftsordnung durchzusetzen, ist das tägliche Leben noch immer vom Islam geprägt. Islamische Traditionen und Moralvorstellungen beeinflussen sowohl die Verhaltensmaßstäbe des Einzelnen als auch die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten. Mit Ausnahme der Einwohner in den größeren Städten leben die meisten Afghanen in ihren Stämmen und pflegen jahrhundertealte Bräuche und Rituale.

Wirtschaft
Afghanistan ist ein extrem armes Land ohne Zugang zum Meer. Ackerbau (besonders der Anbau von Weizen) und Viehzucht (Schafe und Ziegen) sind daher bedeutende Einnahmequellen.

Opium wird für eine steigende Anzahl von Afghanen zur Einnahmequelle, besonders seit dem Zusammenbruch der Regierung nach dem sowjetischen Rückzug. Der Anbau von Mohn für die Opiumproduktion und der Transport sind unproblematisch, und die Nachfrage aus dem Westen bietet den rückkehrenden Flüchtlingen und anderen verarmten Afghanen schnell ein Einkommen. Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt (über 90% des Welthandels!). Trotz weltweiter Bemühungen, den Anbau anderer Produkte zu unterstützen, stieg die Produktion von Mohn und Opium auch 1993 um jeweils 8% und 7%. Das Opium aus Afghanistan wird an Labore in Pakistan geschickt und zu Heroin verarbeitet, mit dem sowohl der wachsende Drogenmarkt in Südasien als auch Europa und Nordamerika beliefert werden.

Afghanistan verfügt über reiche natürliche Ressourcen, darunter umfangreiche Vorkommen an Kohl, Salz, Chrom, Eisenerz, Gold, Fluor, Talkum, Kupfer und Lapislazuli. Der Abbau dieser Vorkommen ist jedoch aufgrund des ungastlichen Geländes und der unzureichenden Transportwege selten lohnend. Die bedeutendste Ressource ist Erdgas, die 1967 zum ersten Mal genutzt wurde.

Das Haushaltsjahr dauert vom 21. März bis 20, März, und die offizielle Währung ist der Afghani (Plural - Afghanis); 1 Afghani (Af) = 100 Puls.

Die erwerbstätige Bevölkerung Afghanistans ist in verschiedenen Bereichen beschäftigt, darunter Landwirtschaft und Viehzucht 67,8%, Industrie 10,2%, Bauwirtschaft 6,3%, Handel 5,0% und Dienstleistungen bzw. andere 10,7%. Die wichtigsten Industriezweige sind die Produktion von Textilien, Seife, Möbeln, Schuhen, Düngemitteln und Zement, handgewebten Teppichen, Erdgas, Öl, Kohle und Kupfer.
Exportgüter sind Obst, Nüsse, handgewebte Teppiche, Wolle, Baumwolle, Leder und Pelze sowie Edelsteine und Halbedelsteine.

Landwirtschaft
Die Landwirtschaft in Afghanistan besteht im wesentlichen aus Anbau zur Deckung des Eigenbedarfs und nomadischer Viehhaltung. Gewinne werden aus dem Verkauf von Weizen, Obst, Nüssen, Persianerfellen und Schafsfleisch.

Infrastruktur
Afghanistan hat keinen Zugang zum Meer und keine Bahnverbindungen. Der Amu Darya (Oxus)-Fluß an der Grenze zwischen Afghanistan und Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan ist schiffbar. Während ihrer Besatzungszeit errichteten die Sowjets eine Brücke über den Amu Darya und eine Auto- und Eisenbahnbrücke zwischen Termez und Jeyretan. Die meisten der Straßen wurden um 1960 mit finanzieller Unterstützung aus den USA und der Sowjetunion errichtet. 1964 bauten die Sowjets zur Verbindung des Nordens und Südens Afghanistans einen Straßentunnel durch den Salang-Paß. Kabul ist der MEZ um 3 1/2 Stunden voraus.


Das Land am Hindukusch war als Durchgangsstation zwischen Indien, Zentralasien und Persien stets ein umkämpftes Land.

Jahrhunderte bestimmte die Lage die politische und kulturelle Entwicklung Afghanistans. Seit dem 8. Jahrhundert dominieren islamische Einflüsse.

Von 1978 an herrschte in Afghanistan Krieg. Er brach nach einem Putsch linksgerichteter Offiziere aus. 1979 marschierten sowjetische Truppen ein. Nach ihrem Abzug 1989 wandelte sich der Krieg zum Bürgerkrieg, der 2001 mit dem Sturz der Taleban und dem Einmarsch der Amerikaner beendet wurde. Die großen Zerstörungen und der weitgehende Zusammenbruch des Handels in den letzten 25 Jahren haben das Land zu einem der ärmsten der Welt gemacht.

Die Afghanen und die internationale Staatengemeinschaft sind nun bemüht, das Land zu stabilisieren, den afghanischen Zentralstaat und das Nation-building zu unterstützen.

Aktuelle Seite: Home Afghanistan